Keltenstadt Dünsberg im Fokus internationalen Interesses
Edinburgh/Biebertal (brv). Moderne Grabungen bringen seit 1999 Licht in die Geschichte des keltisch besiedelten Dünsbergs, wenige Kilometer nordwestlich von Gießen gelegen. Vor mehr als 2000 Jahren bot dieser markante, fast 500 Meter hohe Berg ideale Bedingungen für die Anlage einer mächtigen Stadt, gesichert durch eine dreifache Wallanlage. Deren Siedlungsfläche betrug rund 90 Hektar.
Jeweils in den Sommermonaten erforscht ein etabliertes Team zusammen mit freiwilligen Helfern aus aller Welt weitere Abschnitte des geheimnisumwobenen Berges, ermöglicht überwiegend durch Sponsoring aus der Region und ehrenamtlich geleistete Arbeit. Neben den verschiedensten europäischen Staaten gehören auch Australien, Neuseeland, Ghana, China und die USA zu den Herkunftsländern der Dünsbergmannschaft.
Zur Steuerung dieser archäologischen Aktivitäten gründete sich 2005 der Verein Archäologie im Gleiberger Land (AGL) , der mit dem Dünsbergverein das keltische Erbe erforschen und in die Zukunft retten will. Wissenschaftlich fundiert durch Erkenntnisse der Archäologen (AGL) und mit deren Unterstützung rekonstruierte der Dünsbergverein in den letzten Monaten ein Keltengehöft, unmittelbar oberhalb des zuvor rekonstruierten Keltentores gelegen. Die Errichtung des Keltengehöfts wurde im Rahmen des Programms Culture 2000 der Europäischen Union gefördert, zusammen mit den Arbeiten zum Aufbau der Dauerausstellung im Ecomuseum in Menorca (Spanien) sowie der Restaurierung der Grabungsfunde aus Alchester (Großbritannien). Zudem wurde der Verein für Archäologie (AGL) beim Aufbau des Keltenmuseums im Keller der Gemeindeverwaltung in Biebertal unterstützt. Eine ebenfalls geförderte Publikation zur archäologischen Forschung am Dünsberg ist weitestgehend fertig gestellt soll bald der Öffentlichkeit vorgestellt werden.