Bestattung aus der Urnenfelderzeit in Wehrheim ausgegraben
Rund eine Woche dauerte eine archäologische Ausgrabung im Vorfeld einer Baumaßnahme in Wehrheim, Hochtaunuskreis, die vom Verein Archäologie im Gleiberger Land e.V. durchgeführt wurde. Auf dem Nachbargrundstück wurde vor einigen Jahren der Teil eines Gräberfeldes aus der späten Urnenfelderzeit (11./10. Jahrhundert v.Chr.) ausgegraben.
Nun konnten diese Erkenntnisse erweitert werden: es fand sich ein weiteres Grab, das von einem Kreisgraben mit 13,5 m Durchmesser umgeben war. Das ursprünglich mit einem Hügel versehene Grab stellte also seinerzeit ein eindrucksvolles “Denkmal” am Rande des Gräberfeldes dar. Nachdem der Verstorbene auf einem Scheiterhaufen verbrannt worden war, wurde der Leichenbrand nicht in einer Urne, sondern vielleicht in einem Behälter aus organischem Material, ggf. auch in Stoff gehüllt, in die Grabgrube gelegt.
Als Beigaben dienten fünf Keramikgefäße, kleine Teller, von denen zwei ineinander gestapelt waren. Zudem fand sich ein kleines, schlecht erhaltenes Messer aus Bronze, eine typische Beigabe für Männergräber dieser Zeit. Ein großer Bereich im Grab war fundfrei; möglicherweise enthielt er organische Beigaben (Speisen?), die heute nicht mehr erhalten sind.
Auftraggeber war der Bauträger Sander-Massivhaus GmbH, Wehrheim. Neben der Grabungsleiterin Dr. Claudia Nickel nahmen Mitglieder des Vereins Archäologie im Gleiberger Land e.V. sowie der ehrenamtlichen Kreisarchäologie des Hochtaunuskreises teil.