Apr 182017
 

Was am 21. Januar 2016 auf dem Dünsberg aus dem Boden ragte, war wirklich außergewöhnlich. Nach einem Wintersturm fand man eine alte, korrodierte und zerbrochene Klinge eines Hiebschwertes von eindeutig germanischer Herkunft und Machart. 

Aber was sucht ein germanisches Schwert auf einem keltischen Siedlungsort? Diese Frage stellte sich im vergangenen Jahr Dr. Claudia Nickel, unsere Vorsitzende. Zwar gab es durchaus Handels- und auch Wanderwege zwischen den Germanen und den Kelten, aber Schwerter wurden dabei normalerweise nicht gehandelt. »Die Kelten konnten mit den einschneidigen Hiebschwertern der Germanen nichts anfangen«, erklärt Claudia Nickel. Andersherum war es übrigens genauso: Einige Funde belegen, dass die Germanen sogar die zweischneidigen keltischen Schwerter veränderten, um sie wie ihre Waffen zu benutzen. Die wahrscheinlichste Herkunftsgeschichte ist wohl, dass die Klinge zu römischer Zeit, vermutlich im ersten Jahrhundert vor Christus, mit einem germanischen Söldner auf den Dünsberg gelangte. Dort sei die Waffe dann erbeutet und nach keltischer Art rituell geopfert worden – denn die Kelten auf dem Dünsberg bestatteten Tote nicht mit Waffen in den Gräbern.
Doch als das rund 80 Zentimeter lange Schwert gefunden wurde, war es von einer festen Erdschicht umgeben, die sich mit dem korrodierten Metall verbunden hatte. Zwei Monate lang restaurierte Daniel Usher es im Römisch-Germanischen Museum in Köln, bevor es nun seinen Bestimmungsort unseren „KeltenKeller“ finden konnte – ein wirklich tolles Geschenk zum zehnten Jubiläum.

Einschneidiges Hiebschwert

Einschneidiges Hiebschwert vom Dünsberg

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