„Windmühlen“ und Historie – für Verein ein Unding

 Aktuelles, Allgemein  Kommentare deaktiviert für „Windmühlen“ und Historie – für Verein ein Unding
Mrz 232016
 

ARCHÄOLOGIE Gute Kooperation und Zusammenarbeit mit Hessenforst / Grabungssaison vom 18. Juli bis zum 12. August

JHV 2016FELLINGSHAUSEN – (mf). Peter Moos war ein Freund und Förderer des Vereins für Archäologie im Gleiberger Land. Als Revierbeamter ist das nicht unbedingt selbstverständlich, denn die Interessen zwischen den Archäologen und dem Forst- und Beförsterungsbetrieb von Hessenforst sind nicht immer deckungsgleich. Im vergangenen Jahr verstarb er – nun wurde in der Jahreshauptversammlung des Vereins für Archäologie im Gleiberger Land an ihn erinnert. Geschäftsführer und stellvertretender Vorsitzender Arnold Czarski sagte, Moos habe viel für die Archäologie getan. Auch seine Nachfolgerin, Försterin Ulrike Henrich, sei eine verlässliche Ansprechpartnerin mit offenem Ohr für die Archäologiebelange und Hessenforst den Archäologen gewogen.

Nicht ganz so entspannt ist das Verhältnis des Vereins zum Thema „Windkrafträder“. Die Frage hiernach ließ eine Diskussion in der Versammlung entstehen. Der geplante Bau der „Windmühlen“ im Waldgebiet „Helfholz“ sei für ihn, so der Vorsitzende, mit einem weinenden und einem lachenden Auge zu betrachten. Es handelt sich um einen Privatwald eines Industriellen aus dem Ruhrgebiet. Am vorgesehenen Standort der Anlagen sind keltische Grabanlagen ebenso nachgewiesen wie mittelalterliche Wüstungen, alte Handelswege und Hügelgräber. Wenn es zum Bau der Windkraftanlagen komme, würden 3000 Jahre Geschichte verschwinden. Die Chance, dass man hier zuvor die Erlaubnis zur Bergung und Dokumentation der Boden- und Kulturdenkmäler bekommt, sieht auch die Archäologin, Dr. Regine Müller, nüchtern und damit eher als gering an. Zumal man mit den eingeschränkten Möglichkeiten und Personal wahrscheinlich in der Kürze der zugestandenen Zeit die Arbeit nicht vollenden und ohne Zustimmung des Amtes ohnehin nicht agieren könne. Unter den Mitgliedern regte sich der Vorschlag, doch zumindest mit einer Resolution ein Zeichen zu setzen und mit Blick auf die Tatsache, dass schließlich im „Helfholz“ auch Schwarzstorch, Uhu und Fledermaus vorkämen, würde sich sogar ein Schulterschluss mit dem Bund anbieten. Für den Archäologieverein ist zudem die Entscheidung des Regierungspräsidiums Gießen fraglich, dass der Dünsberg kein Alleinstellungsmerkmal habe und von daher seien Einwände gegen Windkraftanlagen nicht beachtenswert. Als fraglich sieht man auch das Gutachten, dass der Standort durch ausreichend Windkraft ökonomisch betrieben werden könne. In ihrem Geschäftsbericht hatte die Vorsitzende, Dr. Claudia Nickel, noch einmal die Ereignisse des zurückliegenden Jahres im Blick. 2015 war geprägt von den besonderen Veranstaltungen aus Anlass des 10-jährigen Vereinsbestehens. Die Landrätin hatte eine Fundpatenschaft übernommen und dem Museum „Keltenkeller“ konnten Raubgräberfunde übergeben werden. Das Fernsehen interessierte sich für den Verein und das Museum und Schulklassen waren zu Gast, denen die Archäologie spannend erklärt werden konnte. 24 Mal war das Museum geöffnet, es gab 35 Sonderführungen und 16 Exkursionen am Dünsberg. Zu Gast waren auch ausländische Studierende. Ein voller Erfolg waren wieder die Grabungstage und was da alles so zutage gefördert werden konnte, konnte teilweise während der Jahreshauptversammlung bestaunt werden. Darunter ein germanisches Hiebschwert, welches Rätsel aufgibt, da der hiesige Fundort untypisch ist. Solche Waffen seien eher weiter nördlich zu finden, erläuterte die Archäologin. Es wird auf jeden Fall nach seiner Restauration den Fundus des Gleibergerland-Archäologieverein bereichern. Die Grabungssaison in diesem Jahr ist vom 18. Juli bis 12. August.

Quelle: Giessener Anzeiger, Foto: Mattern

Hohe Erwartungen an Dünsberg-Grabungen

 Aktuelles, Allgemein  Kommentare deaktiviert für Hohe Erwartungen an Dünsberg-Grabungen
Mrz 232016
 
JHV AGL 2016

v.l.: Dr. Claudia Nickel, Arnold Czarski und Dr. Regine Müller

FELLINGSHAUSEN – (mf). „Wo stehen wir – wo wollen wir hin?“, fragte Dr. Regine Müller beim Verein für Archäologie im Gleiberger Land. Im Anschluss an die Jahreshauptversammlung (der Anzeiger berichtete) beschäftigte sich die Archäologin in ihrem Vortrag mit dem Thema „Neue Forschungsergebnisse vom keltischen Dünsberg bis zur mittelalterlichen Burg Vetzberg“. Beide sind, wie auch der Gleiberg, bekannte und weithin sichtbare Landmarken, die ein hochinteressantes Betätigungsfeld für die archäologische Forschungsarbeit darstellen. Besonders der Dünsberg hat durch diese Wissenschaft seinen Bekanntheitsgrad in den vergangenen Jahrzehnten ausbauen können. Nachdem 1999 für fünf Jahre unter der Regie der Römisch-Germanischen-Kommission wieder Grabungen stattfanden, erwuchs nach einem Grabungsstop hieraus der Archäologieverein, der diese Arbeiten mit viel und vor allem ehrenamtlichen Engagement fortführt. Die Erwartungen an den 500 Meter hohen Berg sind weiterhin hoch: Grabfelder, Hohlwege, Grenzgräben, mittelalterliche Wüstungen und Hügelgräber sind heute noch mehr oder weniger sichtbare Zeichen frühgeschichtlichen Lebens. Erst 1,2 Prozent der Fläche, die es zu untersuchen lohnt, wurden bislang in der jährlichen Saison durchforstet, erklärte Müller. Die Wallanlagen des Dünsbergs sind prägend als einstige Befestigung des Oppidums und wurden zum Teil unter Leitung von Dr. Claudia Nickel, der Vorsitzenden des Vereins für Archäologie, untersucht. Auch sogenannte Importfunde lassen Rückschlüsse auf Handel zu. Bei der Wasserversorgung war in erster Linie nach Darstellung der Expertin der Schulborn eine ergiebige Quelle, an der bei Funden Dentrodaten erhoben werden konnten, die auf eine Hochphase der Besiedelung in der Spätlatenezeit hindeuteten und sich damit mit den anderen Fundergebnissen und Auswertungen decken. Um den Dünsberg seien fünf Bestattungsfelder bekannt – seit 2008 konzentrieren sich die Grabungen des Archäologievereins auf einen Teil dieser Gräberfelder. Als eine immer noch vorhandene, massive Bedrohung bezeichnete Regine Müller die Raubgrabungen. Forstarbeiten, Windbruch und Wildschweine seien weitere Gefährdungspotenziale für die Archäologie am Dünsberg. In der Überleitung zu den Ausblicken sprach die Referentin am Beispiel von Schleuderbleien einen interessanten Aspekt der Fundanalyse an. Bei den Vergleichen der Materialzusammensetzung dieser Funde lassen sich aufgrund bekannter Rohstoffvorkommen Rückschlüsse auf die Lagerstätten ziehen. Bei diesen Untersuchungen spricht man von Bleiisotopenanalytik.

Quelle: Giessener Anzeiger, Foto: Mattern

Öffentlicher Vortrag am 05. März 2016 um 16.30 Uhr

 Aktuelles, Allgemein, Termine  Kommentare deaktiviert für Öffentlicher Vortrag am 05. März 2016 um 16.30 Uhr
Feb 092016
 

Nach unserer Jahreshauptversammlung wird Frau Dr. Regine Müller einen Vortrag über den Dünsberg halten, in dem auch neue Erkenntnisse einfließen.

Ort: „Landgasthof zum Dünsberg“, Helenenstr. 14, 35444 Biebertal-Fellingshausen
Eintritt ist frei

Jahreshauptversammlung

 Aktuelles, Termine  Kommentare deaktiviert für Jahreshauptversammlung
Feb 092016
 

Unsere diesjährige Hauptversammlung findet am 05. März 2016 um 15 Uhr statt.
Versammlungsort ist wie bisher der Landgasthof „Zum Dünsberg“, Helenenstr. 14 in Biebertal-Fellingshausen.

Grabung 2016

 Aktuelles, Allgemein, Termine  Kommentare deaktiviert für Grabung 2016
Feb 092016
 

Unsere diesjährige Grabung findet vom 18. Juli bis 12. Aug. 2016 statt.
Die Untersuchung erfolgt wieder auf dem Dünsberg bei Tor 14. Dort wollen wir unsere Grabung vom letzten Jahr fortsetzen. Die Grabung wird ehrenamtlich durchgeführt. Anmeldungen: Arnold Czarski aczarski@gmx.de
Tel: 06409 2338

Die archäologischen Untersuchungen im Gleiberger Land 2015

 Aktuelles, Allgemein  Kommentare deaktiviert für Die archäologischen Untersuchungen im Gleiberger Land 2015
Nov 052015
 

Die diesjährige Ausgrabung des Vereins Archäologie im Gleiberger Land e.V. fand während der vier Wochen vom 13.07.2015 – 07.08.2015 statt.Ziel der Ausgrabungen war es, einen der forstwirtschaftlichen Rückewege zu untersuchen, welcher in den vergangenen Jahren angelegt wurde und in Zukunft auch weiter durch Hessenforst genutzt werden wird. Der betroffene Weg verläuft genau durch den Siedlungsbereich des keltischen Oppidums am sog. „Osthof“ des Dünsbergs, zwischen dem oberen und mittleren Ringwall gelegen. Vorangegangene Ausgrabungen lassen vermuten, dass es sich hier um einen dicht besiedelten Bereich des Oppidums handelt. Lesefunde aus Voruntersuchungen, bei denen es sich z. T. um keltische und römische Waffenfunde handelte, unterlegten die Notwendigkeit einer Untersuchung des betroffenen Gebietes.

 Die Ausgrabung fand auf einer Fläche von insgesamt 28 x 5 m Umfang statt, welche wiederum schachbrettartig in sechs kleinere Schnitte unterteilt wurde. Von diesen konnten drei geöffnet und untersucht werden. Dabei wurden zahlreiche Keramikfragmente, Metallfunde, Steinartefakte, sowie verkohlte Getreidereste und Reste eines verkohlten Holzpfostens, der mit Sicherheit Bestandteil eines Gebäudes gewesen ist, geborgen. Aufgrund der hohen Anzahl an Funden, in erster Linie Keramik, und der wenigen, jedoch z.T. komplizierten Befunde, konnten die restlichen drei Flächen nicht geöffnet werden und bleiben kommenden Grabungskampagnen vorbehalten.

 Zu diesen Befunden gehören zwei in Fläche 5 gelegenen Befunde, bei denen es sich zunächst um Pfostengruben zu handeln schien, was bei genauerer Untersuchung jedoch nicht bestätigt werden konnte. Statt dessen wurde deutlich, dass diese Befunde großflächig freigelegt werden müssen, um sie entsprechend interpretieren zu können. Da die Befunde jedoch erst gegen Ende der vierwöchigen Kampagne angetroffen wurden war dies nicht mehr möglich. Statt dessen wurde die Fläche mit Fleece ausgelegt und vorläufig verfüllt, damit im Folgejahr die Untersuchungen mit der Genauigkeit und Ruhe durchgeführt werden können, die der Befundsituation angemessen ist.

 Ein zweiter Teil der Untersuchungen erstreckte sich auf eines der nahegelegenen, dem Dünsberg zugehörigen Gräberfelder. Hier war durch vorherige Prospektionen die Lage zweier Bestattungen bekannt, welche dringend geborgen werden sollten, ist das Gräberfeld doch verschiedenen Gefährdungen (Forstwirtschaftliche Eingriffe, Wildschweinaktivitäten und Raubgräberei) ausgesetzt. Dementsprechend wurden während der vierwöchigen Maßnahmen die beiden Gräber geborgen und entsprechend dokumentiert, so dass diese nahtlos den Untersuchungsergebnissen der Vorjahre angefügt werden können und das Gesamtbild weiter ergänzen.

 Wie in den vergangenen Jahren verlief die Grabung hervorragend, sowohl im Hinblick auf die Grabungsergebnisse als auch die Einsatzfreude und Begeisterung der Grabungsteilnehmer. Als einziger negativer Beigeschmack bleibt zu bemerken, dass erneut frische Bodeneingriffe festgestellt werden konnten, die auf illegale Sondengänger / Raubgräber hinweisen.

 Insgesamt haben an den diesjährigen Ausgrabungen 27 ehrenamtliche Mitarbeiter – sowohl bekannte Gesichter als auch einige Neuzugänge – teilgenommen, darunter auch zwei Fachstudenten (Université Paris-Sorbonne und Phillips-Universität Marburg). Wie üblich wurden die Grabungsteilnehmer täglich durch die Bäckerei Volkmann mit Brot/Brötchen und Firma Schunk mit Mittagessen versorgt. Die Unterkünfte der Grabungsteilnehmer aus entfernten Teilen der Bundesrepublik wurden durch den Verein Archäologie im Gleiberger Land e.V. gestellt.

 Bildmaterial: Daniel Misterek  
Bildmaterial: Daniel Misterek Bildmaterial: Daniel Misterek

Führungen im Sommer 2015

 Allgemein, Termine  Kommentare deaktiviert für Führungen im Sommer 2015
Apr 122015
 

Da wir im Sommer 2015 direkt am Dünsberg graben, wird folgende
Führung angeboten:

Samstag, 01. Aug. 2015 um 14 Uhr am Keltengehöft (Dünsberg Parkplatz Krumbacher Kreuz)

Die Führung erfolgt vom Keltengehöft, Schulborn, Tor 9 (mittlerer Wall, von
dort geht es dann zur Grabung, ca. 2,5 km Wegstrecke

Da wir im Gelände gehen, bitte festes Schuhwerk anziehen. Die Führung erfolgt bei jedem Wetter.

Sie können uns auch gerne von Montag bis Freitag auf der Grabung besuchen. Diese findet vom 13.07. bis
07.08. bei Tor 14 statt. Das ist unterhalb des geteerten Weges in Höhe des Fernsehturmes.