Grabung 2012

Unsere diesjährige Grabung findet vom 16.7. bis 10.08.12 statt. Untersuchungen werden in den Grabanlagen Lammert und in einer weiteren  Grabanlage vorgenommen.  Die Arbeitszeiten sind Mo.-Fr. 8 bis 17 Uhr. Essen und Getränke werden gestellt, natürlich auch das Werkzeug. Wir treffen uns am 16.7.  um 9 Uhr an der Grabungshütte in Biebertal-Krumbach.

Wer gerne mitmachen will, kann sich bei Arnold Czarski, aczarski@gmx.de, Tel: 06409 2338 oder 0162 914 5384 anmelden. Vorkenntnisse werden keine benötigt, nur das Interesse an die Archäologie sollte vorhanden sein.

Mit Hacke und Schaufel auf Suche keltischen Lebens

Eine der markantesten Erhebungen im Gleibeger Land ist der Dünsberg, von dem wir wissen, dass er einst ein bedeutendes keltisches Oppidum, also eine Großsiedlung und damit vermutlich der Hauptsitz eines Stammes war, in dem sich Verwaltung, Handel, Münzprägung, Eisenverhüttung, Gewerbe aber auch Kult und Religion konzentrierten. Heute sind davon nur noch drei mächtige Wallringe als Reste verfallener Mauern zu sehen – ein eindrucksvolles Denkmal aus hessischer und europäischer Vorzeit.

Über die Anfänge der Besiedlung und auch über die Zeit des Oppidums ist noch wenig erforscht. Aber es wurden immer wieder interessante Funde (Waffen, Reste von Pferdegeschirren, Münzen und Gewandspangen) bekannt, die von Raubgräbern – also illegal – mit Metallsonden aufgespürt worden waren und in privaten Sammlungen verschwanden oder an Museen verkauft wurden. Es müssen über die Jahrzehnte hinweg große Mengen an Funden gewesen sein, die auf diese Weise einer wissenschaftlichen Erforschung entzogen wurden.

Um der Gefährdung dieses einzigartigen Denkmals Dünsberg zu begegnen und wenigstens ansatzweise zu ergründen, welche Relikte aus der Vor- und Frühgeschichte noch im Boden verborgen sind, wurden in den Jahren 1999 bis 2004 mit Unterstützung der Kommission für Archäologische Landesforschung in Hessen und der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts in Frankfurt systematische wissenschaftliche archäologische Grabungen durchgeführt. Obwohl sich diese Grabungen naturgemäß nur auf einige wenige Parzellen beschränken konnten, erbrachten sie doch beachtliche Funde und erstmals auch Befunde, die den Zusammenhang der Objekte erklären können. Ein ausführlicher Grabungsbericht kann über den Verein erworben werden.

Da nach Abschluss dieser Grabungen feststand, dass es in absehbarer Zeit vom Land Hessen keine weiteren Grabungen geben würde, ging von der damaligen Grabungsleiterin Dr. Claudia Nickel und einigen ehrenamtlichen Grabungshelfern der Impuls aus, einen Verein zu gründen, um auf ehrenamtlicher Basis und mit privaten finanziellen Mitteln weitere Grabungen zu ermöglichen und die wissenschaftlichen Forschungen weiterzuführen. Mit der Vereinsgründung wollte man nicht nur verhindern, dass die Funde un- restauriert in den Archiven verschwinden und so einem weiteren Zerfallprozess ausgesetzt werden, sondern erreichen, dass bedeutende Fundstücke restauriert und konserviert werden konnten, um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

So wurde im Januar 2005 der Verein „Archäologie im Gleiberger Land e.V.“ gegründet und am 25.Februar 2005 in das Vereinsregister beim Amtsgericht Gießen eingetragen. Er ist als gemeinnützig an- erkannt. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 20, Euro im Jahr.

Bereits zwei Jahre später wurde ein eigenes Museum, der KeltenKeller, eingerichtet, in dem die Funde seitdem in unmittelbarer Nähe des Dünsbergs im Original präsentiert werden. Das Museum befindet sich in der Mühlbergstr. 9 an der linken Gebäudeseite der Gemeindeverwaltung Biebertal und ist inzwischen nicht nur über Hessen sondern auch über Deutschland hinaus bei Archäologen bekannt und im wissenschaftlichen Schrifttum zitiert. Es ist jeweils am 1. und 3. Sonntag eines Monats in der Zeit von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Hier kann man auch Repliken einiger Fundstücke erwerben – zum Selbertragen oder zum Verschenken. Auch außerhalb der Öffnungszeiten sind Führungen auch zu den Grabungsstätten nach Absprache mit dem Leiter des Museums, Arnold Czarski jederzeit möglich. Für Schulklassen, Vereine und Firmen kann somit ein lehrreicher Ausflug gestaltet werden. Der Verein hat im Wesentlichen die Aufgabe, die archäologische und geschichtliche Erforschung des Dünsbergs und seiner Umgebung auch durch eigene Grabungen und Bereitstellung von Mitteln – zu fördern, das Interesse an der Rettung, Pflege und Unterhaltung geschichtlicher Kulturdenkmäler zu wecken, die Öffentlichkeit über Sinn, Zweck und Ergebnisse dieser Forschung zu unterrichten und die Fundgegenstände zu restaurieren und auszustellen.

Grabungsprojekte

Die Auswahl der Grabungsprojekte orientiert sich in erster Linie an den Fragen, die wir an den Dünsberg stellen: Wann war die erste Besiedlung, wie waren die Lebensumstände ihrer Bewohner auch in den folgenden Siedlungsperioden, wann und warum ist der Dünsberg als Oppidum aufgegeben worden und wo sind seine Toten bestattet worden? Bevor eine Grabung begonnen werden kann, wird mit dem Hessischen Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden besprochen, welche Objekte wissenschaftlich untersucht werden sollen. Und für das ausgewählte Projekt (z.B. für die Untersuchung eines Hügelgrabes im Krofdorfer Forst) wird dann die Grabungsgenehmigung erteilt.

In den letzten Jahren richtete sich der Fokus jedoch unabhängig von den genannten Fragestellungen auf die forstwirtschaftlichen Rückewege, wo durch das Befahren mit den schweren Holzerntemaschinen (sog. Vollernter) die noch im Boden befindlichen Reste von Bodendenkmälern zerstört werden. Durch sog. Notgrabungen sollen solche Relikte (insbesondere Urnen aus bekannten Bestat- tungsplätzen) dokumentiert und geborgen werden, bevor sie von den Forstfahrzeugen völlig zerscherbt werden. In den Jahren 2009 und 2011 haben wir dadurch mehrere Urnen bergen können; sie sind jetzt restauriert im KeltenKeller zu besichtigen.

Grabungshelfer

1999 bis 2004 teilgenommen haben und daher über geschichtliche Kenntnisse und beachtliche Grabungserfahrungen verfü- gen. Neue Helfer sind jedoch stets will- kommen und werden rasch in das Team integriert. Und wenn man dann Stunde um Stunde und Tag für Tag miteinander und nebeneinander arbeitet, kommt man sich auch menschlich näher. Dabei er- wirbt man sozusagen ganz nebenher wichtige geschichtliche Kenntnisse, die Grundlagen der Grabungs- und Vermes- sungstechnik und die Anwendung mo- dernster Untersuchungsmethoden (z.B. der Geomagnetik) – und lernt mit der Zeit auch Begriffe wie „Hüttenlehm“ und „Leichenbrand“ zuzuordnen. Bei uns graben Menschen aus allen Bevölke- rungsschichten und jeden Alters; Schüler und Studenten, Rentner (unsere ältesten Helfer sind über 80 Jahre alt) und Menschen, die noch im Arbeitsleben stehen, aber sich aus Interesse an der Archäologie mit einigen Tagen oder auch Wochen ihres Jahresurlaubs einbringen. Für die kostenlose Unterbringung auswärtiger Helfer ist gesorgt.

Und man lebt nicht schlecht bei den Grabungen, die in den Schul- und Semesterferien stattfinden. Die zu untersuchenden Flächen liegen meist im Wald – und so bleibt es trotz sommerlicher Hitze unter dem Blätterdach der Buchen angenehm. Mittags holen wir von der Kantine der Firma Schunk in Heuchelheim warmes Essen. Es gibt täglich frischen Salat, und jeder kann aus dem Wochenspeise- plan eines von zwei Gerichten auswählen, wobei auch für Vegetarier immer ein schmackhaftes Gericht dabei ist. Die Bäckerei Volkmann, ebenfalls aus Heuchelheim, spendet uns täglich Brot und Brötchen.

Restaurierungen

lage die anfallenden Kosten bei weitem nicht deckt. Der Verein ist daher zur Finanzierung seiner Arbeit stets auf Spenden angewiesen. Wer die Arbeit des Ver- eins und insbesondere die Restaurierung herausragender Funde sichern will, kann eine Fundpatenschaft ab 150 Euro übernehmen und erhält dann auf das Projekt bezogen eine Patenschaftsurkunde, die im Museum zusammen mit dem Fund präsentiert wird. (Spendenkonto: 4091710 bei der Volksbank Heuchelheim BLZ 513 610 21 oder 2005916 bei der Sparkasse Wetzlar BLZ: 515 500 35).

Die geborgenen Funde bedürfen wegen der rasch fortschreitenden Korrosion einer gründlichen und fachgerechten Restaurierung und zu ihrer dauerhaften Erhaltung einer Konservierung, was bei Metallen besonders aufwändig und damit teuer ist. Zwar hat das Landesamt wie- derholt Zuschüsse gewährt, deren Höhe angesichts der angespannten Haushalts

Grabung 2012

Auch in diesem Jahr wollen wir mit Genehmigung des Landesamtes im Bereich des Krofdorfer Forstes nach Resten und Relikten aus der Vergangenheit forschen.

 


Schöne Weihnachtsfeiertage

Wir wünschen allen ein schönes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Vielleicht sehen wir uns bei den Grabungstätigkeiten 2012. Diese sollen von Mitte Juli bis Mitte Aug. 2012 stattfinden. Genaueres wird noch bekannt gegeben.

Die Jahreshauptversammlung findet am 4.2.2012 im Landgasthof “Zum Dünsberg” in Fellingshausen statt.

Fahrt zum Glauberg

Wie im April 2011 versprochen, planen wir für den Samstag, 19.11.11, eine Fahrt zum Kelten-Museum am Glauberg.  Gebucht ist eine Führung im Museum und im Außenbereich.

Vorläufiges Programm:

Abfahrt in Biebertal-Rodheim, Bürgerhausparkplatz um 9.30 Uhr, Rückkehr gegen 16 Uhr.

Die Führung dauert ca. 90 Min. Danach Möglichkeit zum Essen bzw. Rundgang auf dem Berg

Preis: 25 Euro (Busfahrt und Eintritt mit Führung)

Anmeldung bei Arnold Czarski, Tel. 06409 2338 oder aczarski@gmx.de

Führungen für Mitglieder und Freunde der Archäologie im Gleiberger Land e.V.

10.09.2011
Kostenlose Führung zu den Grabanlagen “Am Lammert” und zu den Hügelgräbern “Drei Küppel”
Beginn: 13 Uhr, Dauer ca. 4 Std.
Treffpunkt: Parkplatz am Dünsberg

Für die Führungen können Sie sich bei mir anmelden:
Arnold Czarski Tel: 06409 2338

Grabung Juli 2011